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Wie viele Produktbilder brauche ich pro Artikel in meinem Online-Shop?

Nicolas Wolf
23.7.26
•
3min
Saxofonbild auf dem Tisch / Fotoreportage

Diese Frage hören wir von Produktmanagern fast bei jedem Erstgespräch. Meist steckt dahinter eine zweite: Wie viel Aufwand lohnt sich pro Artikel, wenn das Sortiment 300 oder 3000 Positionen hat? Eine feste Zahl gibt es nicht. Aber es gibt eine Logik, mit der ihr für jede Produktgruppe die richtige Menge findet.

Für die meisten Artikel im Online-Shop reichen fünf bis sieben Produktbilder: ein Hauptbild als Freisteller, zwei bis drei weitere Ansichten, ein Detail, eine Grössenreferenz und ein Bild im Einsatz. Einfache Produkte ohne Varianten kommen mit drei Bildern aus, erklärungsbedürftige oder teure Produkte brauchen eher mehr.

Welche Bilder gehören in jedes Produktlisting?

Wir denken in Aufgaben, nicht in Stückzahlen. Jedes Bild beantwortet eine Frage, die der Kunde sonst per Mail stellen oder durch eine Retoure klären würde.

  • Hauptbild: das Produkt frontal oder leicht schräg, freigestellt auf Weiss oder hellem Grau. Es muss auch als kleines Vorschaubild in der Kategorieansicht funktionieren.
  • Weitere Ansichten: Rückseite, Seite, Aufsicht. Bei Taschen gehört die Innenansicht dazu, bei Geräten die Anschlüsse.
  • Detail: Material, Naht, Oberfläche, Gravur. Hier zeigt sich Qualität, und hier wird oft gespart.
  • Grössenreferenz: das Produkt in der Hand, am Körper oder neben einem bekannten Gegenstand.
  • Im Einsatz: ein Lifestyle- oder Anwendungsbild, das zeigt, wofür das Produkt gedacht ist.

Wann sich welcher Bildtyp lohnt, haben wir in einem eigenen Beitrag beschrieben: Freisteller oder Lifestyle, was wann sinnvoll ist.

Wann reichen drei Bilder, wann braucht es zehn?

Ein Ersatzfilter für eine Kaffeemaschine braucht keine Lifestyle-Szene. Kunden kaufen ihn nach Artikelnummer, drei saubere Ansichten genügen. Ein Designerstuhl für 900 Franken ist etwas anderes. Hier wollen Leute die Polsterung sehen, die Unterseite, wie das Holz im Streiflicht aussieht und wie der Stuhl in einem echten Raum wirkt.

Variantenreiche Sortimente sind ein eigenes Thema. Bei einem Pullover in acht Farben müsst ihr nicht jede Farbe in sieben Ansichten fotografieren. Oft reicht pro Farbe ein Hauptbild, die übrigen Ansichten zeigt ihr einmal. Wichtig ist dann die Farbtreue. Wir fotografieren dafür mit einem Colorchecker im ersten Bild jeder Serie und kalibrieren den Monitor regelmässig. Sonst sieht das Dunkelblau im Shop plötzlich aus wie Schwarz, und die Retoure ist programmiert.

Helfen mehr Bilder gegen Retouren?

Aus unserer Erfahrung und dem, was uns Shopbetreiber zurückmelden: ja, wenn die Bilder die richtigen Fragen beantworten. Zehn fast gleiche Ansichten helfen niemandem. Ein einziges Bild, das die tatsächliche Grösse zeigt, kann dagegen viel bewirken. Die meisten Rücksendungen, die wir mit Kunden analysiert haben, hatten einen von zwei Gründen: Die Farbe war anders als erwartet, oder das Produkt war grösser oder kleiner als gedacht. Beides lässt sich fotografisch lösen. Mehr dazu im Beitrag Was Retouren wirklich kosten.

Wie produziert man viele Bilder effizient?

Bei grossen Sortimenten entscheidet der Workflow über die Kosten. Wir legen vor dem Shooting ein fixes Setup fest: Kamerahöhe, Brennweite, Lichtposition, Abstand. Meist arbeiten wir mit einem 100 mm Objektiv, damit Proportionen nicht verzerren, und fotografieren tethered, also direkt in den Rechner. So sehen wir jedes Bild sofort gross und ihr könnt bei Bedarf live mitschauen und freigeben.

Gruppiert die Produkte vorab nach Grösse und Material. Glänzende Metallteile brauchen ein anderes Licht als Textilien. Wenn wir zehnmal hin und her umbauen, verliert ihr Zeit. Nach dem Shooting folgen Freistellung, Retusche und Export in die Formate, die euer Shopsystem verlangt. Wie wir solche Projekte aufsetzen, seht ihr auf unserer Seite zur Produktfotografie. Grundsätzliches zu Bildern im E-Commerce findet ihr im Beitrag Produktbilder für Online-Shops.

Für die meisten Artikel sind fünf bis sieben Bilder sinnvoll. Einfache Produkte ohne Varianten kommen mit drei aus, teure oder erklärungsbedürftige Produkte brauchen eher mehr.

Ein freigestelltes Hauptbild, zwei bis drei weitere Ansichten, eine Detailaufnahme, eine Grössenreferenz und ein Bild im Einsatz. Jedes Bild sollte eine Frage beantworten, die Kunden sonst stellen würden.

Nein. Oft reicht pro Farbe ein Hauptbild, die übrigen Ansichten zeigt man einmal. Wichtig ist eine farbtreue Aufnahme mit Colorchecker, damit die Farbe im Shop stimmt.

Ja, wenn sie die richtigen Fragen beantworten. Viele Rücksendungen entstehen wegen falsch eingeschätzter Farbe oder Grösse, und beides lässt sich mit gezielten Bildern zeigen.

Mit einem fixen Setup für Kamera, Licht und Abstand, nach Material gruppierten Produkten und Tethered Shooting für die direkte Kontrolle. So bleiben die Bilder über hunderte Artikel konsistent.

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