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Warum sehen Gerichte und Getränke auf Fotos oft schlechter aus als in der Realität?

Nicolas Wolf
16.12.25
•
3min
Saxofonbild auf dem Tisch / Fotoreportage

Ihr steht im Restaurant, das Risotto sieht grossartig aus, ihr fotografiert es mit dem Handy. Auf dem Bild ist es eine beige Masse mit grünem Punkt. Das passiert Gästen genauso wie Gastronomen und Lebensmittelherstellern, die ihre Produkte selbst fotografieren.

Gerichte wirken auf Fotos oft schlechter, weil Kameras Licht, Farbe und Textur anders erfassen als das Auge, und weil Essen sich in Minuten verändert. Falsches Licht von oben macht Speisen flach, gemischte Lichtquellen verfälschen die Farben, und bis zum Foto ist der Dampf weg. Professionelle Food-Fotografie löst das mit seitlichem Licht, Farbkontrolle und einem schnellen, geplanten Ablauf.

Warum ist Food-Fotografie so anspruchsvoll?

Essen hält nicht still. Eine Sauce bekommt nach drei Minuten eine Haut, Kräuter welken unter warmem Licht, ein Bierschaum fällt zusammen, Eis schmilzt. Wir arbeiten deshalb mit einem Platzhalter: Teller, Besteck und Dekoration stehen, Licht und Kamera sind eingerichtet, alles wird mit einem Probeteller getestet. Erst dann kommt das echte Gericht. Ab diesem Moment haben wir wenige Minuten.

Die zweite Schwierigkeit ist die Farbe. Rotes Fleisch kippt schnell ins Bräunliche, Salate ins Gelbliche, wenn der Weissabgleich nicht stimmt. Wir fotografieren am Anfang jeder Serie einen Colorchecker mit, damit die Farben in der Bearbeitung exakt stimmen. Gerade für Verpackungen oder Menükarten, die gedruckt werden, ist das wichtig. Ein Gericht, das auf der Karte orange aussieht und auf dem Teller rot, enttäuscht.

Welches Licht braucht Food?

Die meisten Gerichte sehen mit weichem Licht von der Seite oder leicht von hinten am besten aus. Es zeichnet Texturen: die Kruste eines Brots, die Körnung eines Risottos, Fett, das auf einer Suppe glänzt. Licht von vorne oder direkt von oben macht alles flach. Wir arbeiten oft mit einer grossen Softbox seitlich und einem weissen Reflektor auf der Gegenseite. Die Schatten werden so weicher, verschwinden aber nicht. Sie geben dem Bild Tiefe.

Getränke sind ein eigenes Kapitel. Glas reflektiert alles im Raum, auch den Fotografen. Für ein Bierglas oder eine Flasche arbeiten wir mit Streifenlicht von hinten oder seitlich, damit die Konturen leuchten und die Flüssigkeit Farbe bekommt. Mehr zu diesen Techniken im Beitrag Produktfotografie für Glas und Metall.

Warum eine Küche direkt im Studio hilft

Unser Studio in Olten hat eine eigene Küche. Das klingt nach einem Detail, verändert aber den ganzen Ablauf. Speisen werden zwei Meter neben dem Set zubereitet und kommen ohne Transport vor die Kamera. Kein Gericht, das eine halbe Stunde im Auto stand und schon matt geworden ist. Für Hersteller, die viele Varianten zeigen wollen, kochen wir in Etappen und fotografieren jede Variante frisch.

Wie viel macht das Styling aus?

Mehr, als die meisten erwarten. Die Portion auf dem Teller ist fürs Foto meist kleiner als im Restaurant, damit der Teller nicht überladen wirkt. Das Geschirr soll das Gericht tragen, nicht konkurrieren. Ein matter, dunkler Teller lässt Farben leuchten, ein glänzender weisser Teller macht Reflexe, die man in der Retusche entfernen muss. Requisiten setzen wir sparsam ein. Ein Leinentuch, ein paar Brösel, eine Gabel, die schon benutzt aussieht. Mehr braucht es selten.

Bei grösseren Produktionen ziehen wir auf Wunsch einen Foodstylisten bei. Für einfache Menübilder reicht oft die Küchencrew, wenn sie weiss, worauf es ankommt. Was wir sonst alles an Produkten fotografieren, seht ihr auf unserer Seite zur Produktfotografie. Ein Beispiel aus der Praxis ist unser Foodshooting für das FIFA Museum in Zürich.

Meist wegen falschem Licht von oben, gemischten Lichtquellen, die die Farben verfälschen, und weil das Gericht bis zum Foto bereits an Frische verliert. Seitliches, weiches Licht und ein schneller Ablauf helfen am meisten.

Weiches Licht von der Seite oder leicht von hinten, zum Beispiel mit einer grossen Softbox und einem Reflektor auf der Gegenseite. So werden Texturen sichtbar und das Gericht bekommt Tiefe.

Ja. Unser Studio in Olten hat eine eigene Küche, sodass Speisen direkt neben dem Set zubereitet und frisch fotografiert werden.

Mit Streifenlicht von hinten oder seitlich, damit Konturen leuchten und die Flüssigkeit Farbe zeigt. Spiegelungen im Glas werden über Lichtposition und Hintergrund kontrolliert.

Für grössere Produktionen und Werbung lohnt es sich, und wir können auf Wunsch einen beiziehen. Für einfache Menübilder reicht oft die eigene Küchencrew mit klaren Vorgaben.

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